{"id":26,"date":"2016-11-21T21:49:04","date_gmt":"2016-11-21T21:49:04","guid":{"rendered":"http:\/\/sacher-masoch.ffzg.unizg.hr\/?page_id=26"},"modified":"2016-11-22T20:56:44","modified_gmt":"2016-11-22T20:56:44","slug":"willkommen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/sacher-masoch.ffzg.unizg.hr\/index.php\/willkommen\/","title":{"rendered":"Willkommen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ffffff; font-family: arial black,sans-serif; font-size: 18pt;\">CFP: Studientag zu Leopold von Sacher-Masoch, 25.11.2016<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-family: arial,helvetica,sans-serif; font-size: 12pt;\">Zagreb, Kroatien<br \/>\nPhilosophische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Zagreb<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 12pt; color: #ffffff;\"><em>Koordination: Maja Vuku\u0161i\u0107 Zorica, Stephan Kurz<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Der Lehrstuhl f\u00fcr franz\u00f6sische Literatur der Abteilung f\u00fcr Romanistik und die Abteilung f\u00fcr Germanistik der Philosophischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Zagreb sowie die \u00d6sterreich-Bibliothek Zagreb richten anl\u00e4sslich des 180. Geburtsjubil\u00e4ums des Autors einen Studientag zum Werk von Leopold von Sacher-Masoch aus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Es sind vor allem zwei Hauptlinien, denen sich der Studientag widmen wird:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Einerseits ist da die Frage der Rezeption Sacher-Masochs im Vergleich zwischen Frankreich und dem deutschsprachigen Raum: Sacher-Masoch ist vor allem in der franz\u00f6sischen Philosophiegeschichte \u00fcberaus wichtig geworden, da sich sein Name und das, was gemeinhin damit verbunden ist, als Einsatz f\u00fcr viele Debatten eignet. Die j\u00fcngere deutschsprachige Forschung betont dagegen andere kulturgeschichtliche und -geografische Kontexte, die im Werk Niederschlag gefunden haben, und versucht diese beispielhaft herauszuarbeiten. Angestrebt ist hier eine produktive Konfrontation der Forschungstraditionen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Andererseits soll es um die spezifische Literarizit\u00e4t von Sacher-Masochs Oeuvre gehen, die sich von den Texten und Programmen der Zeitgenossen in Vielem unterscheidet, gleichzeitig aber, was die Gattungswahl, die Erz\u00e4hltechnik, die Figurendarstellung betrifft, an verschiedene Traditionen anschlie\u00dft \u2013 wie verhalten sich diese Texte etwa zu den Paradigmen des Realismus?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Wir laden zu Lekt\u00fcren ein, die das spezifische Verh\u00e4ltnis zwischen Sacher-Masochs Schreiben und jenen Konzepten, die auf seinem Werk gr\u00fcnden, thematisieren (abgesehen von psychoanalytischen Interpretationen). Zur Diskussion stehen Themenbereiche von Subjektivit\u00e4t und Desubjektivierung \u2013 Verlust seiner Identit\u00e4t als Schriftsteller (Krafft-Ebing), wo sein Name nur mehr f\u00fcr ein Konzept steht, das als spezifisches \u201eSymptom\u201c die Internierung rechtfertigt (Foucault) \u2013 bis zur Kritik der simplifizierenden Reduzierung auf \u201eUr-Szenen\u201c. Bei Sacher-Masoch wird der Name zentral (Derrida), von jenem Wandas zu seinem eigenen (Pascal Quignard, Jean-Paul Corsetti). Sein Werk, den Kriterien der \u00c4sthetik verpflichtet und \u201epornologisch\u201c (Deleuze), l\u00e4dt dazu ein, eine reziproke Szene von deutscher und franz\u00f6sischer Literatur in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts zu entdecken. Deren Eigent\u00fcmlichkeit verbindet Glitter und Verkleidung (travestissement) mit der Idee des (masochistischen?) K\u00fcnstlers und der Idee des Paares. Sie wirft die Frage nach dem Namen auf; zentral bleiben auch Fragen nach der Fiktionalit\u00e4t, nach der Fiktion des Lebens und dem Gedanken, dass nur Schreiben ein Anderes geb\u00e4ren\/hervorbringen kann (Deleuze nennt das \u201emasochisant\u201c, masochisierend). Diese philosophisch-kulturtheoretischen Fragestellungen sollen ausgehend von Sacher-Masochs \u00c4sthetik mit den literatur- und kulturgeschichtlichen Fragen in einen Dialog gebracht werden: Aus welcher spezifischen kulturhistorischen Situierung und (im Doppelsinn:) Grenzbereichen resultieren jene Figurationen, die f\u00fcr die Diskursgeschichte des modernen Subjekts im 20. Jahrhundert fruchtbar geworden sind? Welche Funktion hat das Setting der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie (Stadt vs. Land, \u00f6konomisches und sprachliches Gef\u00e4lle, das \u201eSlawische\u201c, das J\u00fcdische und ihre Mythologeme, deren Verwendung in den Texten) f\u00fcr die Figuren und Bilder des Fremden im Eigenen in den Texten Sacher-Masochs?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Unsere Initiative setzt sich zum Ziel, das literarische und historische Werk Sacher-Masochs neu zu beurteilen und dabei auch andere, bisher wenig beachtete Kontexte mit einzubeziehen: den galizischen Kontext, die Besonderheit der franz\u00f6sischen Exegese seines Werks (Sartre, Deleuze, Quignard und viele andere), den Stellenwert und Status von Fiktion und Fiktionalisierung in und f\u00fcr Sacher-Masochs Werk und Leben (auch das seiner Frauen, seiner \u201eFreunde\u201c), sowie die notwendigen Bedingungen der masochistischen Szene und ihrer Codes.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">M\u00f6gliche Themenbereiche und Fragen zu Sacher-Masochs Werk w\u00e4ren z.B. \u2013 das hei\u00dft ausdr\u00fccklich: nicht ausschlie\u00dflich \u2013:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Szenen der Rezeption: in Frankreich, \u00d6sterreich und Deutschland \u2013 wer liest in welchen institutionellen Kontexten warum und wann welche Texte Sacher-Masochs und was folgt daraus?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Kulturelle Kontexte und geographischer Hintergrund: Galizien, zeitgen\u00f6ssisches \u201ekakanisches\u201c Leben, Sacher-Masochs Verh\u00e4ltnis zu Frankreich (Therese Bentzon, seine \u00dcbersetzerin seit 1875; <em>Revue des deux Mondes<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Religion: das J\u00fcdische (<em>Das Verm\u00e4chtnis Kains<\/em> u.a., das Problem der Schuld und die Verbindung zu Bataille), Katholizismus (M\u00e4rtyrerleben) und Heidentum (von der Antike bis zur slawischen Folklore)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Gattung: die (selbst-)widerspr\u00fcchliche Biographie \u2013 Wanda von Sacher-Masoch alias Angelika Aurora R\u00fcmelin (<em>Meine Lebensbeichte<\/em>), Carl-Felix von Schlichtegroll (<em>Sacher-Masoch und der Masochismus<\/em> und <em>\u201eWanda\u201c ohne Maske und Pelz<\/em>); <em>Venus im Pelz<\/em> als autobiographischer Roman, der Briefroman <em>Die Liebe des Plato<\/em> (Androgynie); Sacher-Masochs Theater, dessen Umst\u00e4nde; Theatralit\u00e4t (Burleske), Emotionen des Theaters<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Vertragsprobleme: Vertr\u00e4ge mit Frauen (Fanny Pistor, Wanda von Sacher-Masoch), der Grieche und die Frage der Entmannung (Vertragsbruch)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Genderfragen und Frauenideale: Der grausame Geschmack der Kombination einer Frau als Statue, heidnisch und nicht sadistisch (<em>Die Hy\u00e4ne der Pu\u00dfta<\/em>: die einzige Sadistin in Sacher-Masochs Werk?), Pelz: Synonym des Bestialischen, Wilden (M\u00e4nnlichen?)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Fiktion: Strategien der Fiktionalisierung und Authentifizierung in Sacher-Masochs Texten, aber auch im Leben und in der Biographie (Carl-Felix Schlichtegroll, Bernard Michel uvm.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Journalismus: <em>Auf der H\u00f6he, kosmopolitische internationale Revue<\/em>; Kollegen (z.B. Armand Rosenthal, auch genannt Jacques Saint-C\u00e8re, der Schwindler, Plagiarist) und ihre G\u00f6nner<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Panslawismus, slawische Folklore<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Pessimismus, Mysogynie (Schopenhauer und Bakunin) und Sartres Argument gegen die Reifizierung (Sein und Nichts, L\u2019\u00eatre et le n\u00e9ant)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">das Verh\u00e4ltnis zur Natur (z.B. im Verh\u00e4ltnis zu Bernardin de Saint-Pierre, Rousseau, zu neueren naturwissenschaftlichen Konzepten des 19. Jahrhunderts)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Sacher-Masoch und einzelne sp\u00e4tere Autor\/inn\/en (etwa Kafka: Humor, das Komische, das Spiel mit dem Namen, Legalismen)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Das K\u00fcnstlerisch-Masochistische und die Frage der \u00dcberschreitung (Geschlechtsverkehr oder Orgasmus [<em>Anti-\u00d6dipus<\/em>, Deleuze])<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Das \u201eNicht-Ernste\u201c und der Humor (Wie ernst sind das Ertragen von Bestrafung und Folter [Freud] und die \u201eWerkzeuge\u201c [Transvestismus, Pelz, Knute, Kosakenpeitsche, der Stier aus Messing usw.])<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Wir bitten um 20-min\u00fctige Vortr\u00e4ge auf Franz\u00f6sisch oder Deutsch.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\">Vorschl\u00e4ge (max. 300 W\u00f6rter) bitte bis 15. September 2016 an:<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a style=\"color: #ffffff;\" href=\"mailto:mzorica@ffzg.hr\">mzorica@ffzg.hr<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; font-size: 12pt; font-family: arial,helvetica,sans-serif;\"><a style=\"color: #ffffff;\" href=\"mailto:skurz@ffzg.hr\">skurz@ffzg.hr<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CFP: Studientag zu Leopold von Sacher-Masoch, 25.11.2016 &nbsp; Zagreb, Kroatien Philosophische Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Zagreb &nbsp; Koordination: Maja Vuku\u0161i\u0107 Zorica, Stephan Kurz &nbsp; Der Lehrstuhl f\u00fcr franz\u00f6sische Literatur der Abteilung f\u00fcr Romanistik und die Abteilung f\u00fcr Germanistik der Philosophischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Zagreb sowie die \u00d6sterreich-Bibliothek Zagreb richten anl\u00e4sslich des 180. 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